30.09.2017

Wohnraumbedarf weiter auf höchstem Niveau

Lippstadt.(-ich) Die gefragteste städtische Tochter dürfte derzeit die GWL (Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt) sein. Die Nachfrage nach dem Dienstleistungsspektrum der Wohnungsbauer und –verwalter ist seit geraumer Zeit enorm, machte GWL-Geschäftsführer Meinolf Köller am Montag im Rat deutlich, als er über die Arbeit der Gesellschaft berichtete. Wie in seinem Bericht vor rund einem Jahr machte Köller deutlich darauf aufmerksam, dass es an Wohnbauflächen und Wohnungen in der Stadt fehlt. Allein rund 300 Grundstücksinteressenten sind bei der GWL derzeit registriert.

Die Verbesserung der Wohnungsversorgung (qualitativ und quantitativ ) in Lippstadt, die Beseitigung städtebaulicher Missstände, die Verbesserung der Infrastruktur sowie die Grundstücksbereitstellung beschrieb der GWL-Geschäftsführer als die Ziele der Gesellschaft. Um diese Ziele zu realisieren setzt die GWL auf Modernisierung des Wohnungsbestandes (Aufzüge, Bäder u.Ä. sowie energetische Sanierung) sowie den Neubau und die Ausweitung des Angebotes in allen Marktsegmenten. Ganz wichtig in dem Zusammenhang ist die Erweiterung des Grundstücksangebotes durch die Entwicklung neuer Baugebiete an geeigneten Standorten und die Aktivierung von geeigneten „Brachflächen“ im Stadtgebiet für Wohnungs- oder Gewerbebau.

Die Wohnungsbaugesellschaft gliedert ihre Tätigkeiten in drei Geschäftsfelder. Geschäftsfeld 1 ist die Hausbewirtschaftung, dazu gehört, dass im Geschäftsjahr 2016 2,6 Mio. Euro in den in den vorhandenen Wohnungsbestand investiert wurden. Ziele sind hier insbesondere Energieeinsparungen und die Sicherung der dauerhaften Vermietbarkeit der GWL-Wohnungen.

Die einzelnen Bautätigkeiten bilden das zweite Geschäftsfeld. Das dritte Feld ist die Grundstücksentwicklung. In diesem Segment konzentriert sich die städtische Tochter, die unter der der Regie der Wirtschaftsförderung (WfL) steht, derzeit auf das Neubaugebiet Goethestraße Nord, die Baugebiete Kreuzkampklinik und Boschstraße sowie auf das Neubaugebiet Lippstadt-Nord (zwischen Bastions- und Gorch-Fock-Straße).

Gegenwärtig hält die GWL, die die einzige Gesellschaft in Lippstadt ist, die sozialen Wohnungsbau betreibt, fünf Leerstände bei ihren Wohnungen fest, damit kann laut Köller von einer Vollvermietung gesprochen werden. Die Fluktuationsrate bei den Wohnungen liegt im Moment unter acht Prozent. Die GWL-Durchschnittsmiete lag laut Jahresabschluss 2016 bei 4,37 Euro/qm. Für Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen hat die Wohnungsbaugesellschaft 2016 rund 21 Euro/qm ausgegeben. An die Muttergesellschaft WfL wurde eine Dividende von 850.000 Euro überwiesen.

GWL-Geschäftsführer Köller äußerte im Rat die Hoffnung, dass Lippstadt in absehbarer Zeit im Bereich Sozialwohnungen in eine höhere Mietstufe eingruppiert wird, was bedeutet, dass es mehr Zuschüsse vom Land NRW für den sozialen Wohnungsbau gibt. Nach Angaben von Köller sind alle Regionen in NRW in Mietstufen von 1 bis 4 eigeteilt. Für Lippstadt gilt im Moment die Mietstufe 2. Soest ist beispielsweise in der Stufe 3 und bekommt damit höhere Zuschüsse für den Sozialwohnungsbau zugewiesen. Derzeit werden die Einstufungen überprüft. Nach der Überprüfung hofft Köller auf eine Eingruppierung in Stufe 3, was höhere Fördermittel für neu zu bauende Sozialwohnungen mit sich bringen würde.
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