25.11.2017

„Höhen-Feuerwerk“ in Schulen

Lippstadt. (-ger) Von den steigenden Ausgaben für die Sanierung des Stadttheaters ist in diesen Tagen viel die Rede, aber das Höhen-Feuerwerk städtischer Finanzen wird in einem anderen Ressort abgebrannt: Im Teilbereich Schule ist abermals Leben wie nie. In den letzten drei Jahren, informierte Fachbereichsleiter Manfred Strieth am Dienstagabend im Schul- und Kulturausschuss, flossen 33,263 Mio. Euro in Schulinvestitionen.
Dabei wird es nicht bleiben. Denn allein bis 2021/22 sind weitere Ausgaben von 18,66 Mio. Euro geplant, erläuterte der Schulexperte die Planungsperspektive über den aktuellen Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr hinaus. Das Gesamtbudget hingegen bleibt nahezu unverändert. Die Aufwendungen werden im nächsten Jahr 12,08 Mio. Euro erreichen. Nach Abzug der Erträge verbleibt ein Zuschussbedarf von 9,42 Mio. Euro, das sind lediglich 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Nicht eingerechnet sind hier pauschale Zuweisungen des Landes von 3,3 Mio. Euro, die unter Steuereinnahmen und allgemeine Umlage verbucht werden. Zu den größten Ausgabenblöcken gehört die Schülerbeförderung, sie schlägt allein mit 1,74 Mio. Euro zu Buche und bindet damit so viele Finanzmittel wie Hauptschule und Realschulen zusammen.

Abschreibungen, Betriebskosten und Bauunterhaltung der Grundschulen verschlingen netto 2,7 Mio. Euro, im Etatentwurf für 2018 mit der Investitionsplanung bis 2025 verstecken sich investiv aber ebenso beeindruckende Brocken. Ganz vorne dabei: die Komplettsanierung der Nikolaischule in 2018/19 mit Kosten von 2,05 Mio. Euro. Weil die undichte Sporthalle für viel Verstimmung sorgte, hat die Stadt deren Sanierung vorgezogen und schon in diesem Jahr umgesetzt. Im kommenden Jahr geplant sind die Sanierung und der Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung an der Martinschule in Cappel mit Restkosten von 80.000 Euro. Die hergerichteten Räume sollen künftig der erweiterten offenen Ganztagsschule dienen. 2019 kommt die Sporthalle an der Grundschule Pappelallee dran. Hier steht die Sporthalle im Fokus, für die eine Teilsanierung vorgesehen ist. Kosten: 315.000 Euro. Die Niels-Stens-Schule in Bad Waldliesborn soll 2019/20 erweitert werden. Die Stadt reserviert hierfür 790.000 Euro. Auch für die Sporthalle der Grundschule Lipperode steht eine Sanierung an. In den Jahren 2019/20 geht die Verwaltung von Ausgaben von 900.000 Euro aus. Noch teurer wird die Renovierung der Martinschule in Cappel in 2020/21. Die Stadt rechnet mit Kosten von 1,6 Mio. Euro. Neu auf der Agenda steht eine Teilsanierung der Otto-Lilienthal-Grundschule in Lipperbruch mit Ausgaben von 425.000 Euro. Das Vorhaben soll 2021/22 umgesetzt werden. Auch die Grundschule an der Pappelallee knöpfen sich die Handwerker 2021/22 vor. Kalkuliert wird mit Kosten von 460.000 Euro. Und noch ein neues Vorhaben: Die Sanierung der Josefschule steht an. Das soll ebenfalls 2021/22 geschehen. Die Stadtkämmerin plant hierfür 1,25 Mio. Euro ein. Im Etatentwurf für 2018 sind 340.000 Euro für die Erweiterung der Hans-Christian-Andersen-Schule im Süden vorgemerkt. Doch es gibt revidierte Pläne. Die Raumbedarfe der OGS hinzugerechnet, steigt der Finanzbedarf auf 510.000 Euro.

Auf 443.000 Euro runter geht der Zuschussbedarf für die einzig verbliebene Hauptschule. Gründe sind niedrigere Bewirtschaftungskosten nach der Aufgabe des Teilstandortes Wilhelmschule und wegfallende Mietkosten für die angemieteten Raumzellen. Die Stadt hat sich zum Kauf der Einheiten für 440.000 Euro entschlossen.

Umgekehrte Vorzeichen bei den Realschulen. Der Finanzbedarf klettert um 103.000 auf 1,37 Mio. Euro. Seit 2016 werden sowohl im Realschulzentrum am Dusternweg als auch in der Graf-Bernhard-Realschule in Lipperode bis 2020 sukzessive die naturwissenschaftlichen Fachräume saniert. Damit steigen auch die Bau (unterhaltungs) kosten von 110.000 bis 140.000 Euro je Fachraum. Nachdem im vergangenen Jahr keine Sanierung veranschlagt war, soll im kommenden Jahr mit der Erneuerung der Physikräume an der Drost-Rose-Schule begonnen werden. Je Fachraum werden investiv 60.000 bis 80.000 verbraucht. 2018 wird auch ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen: die Umgestaltung der Schulhof- und Parkplatzflächen. Die erforderlichen Gelder von 752.000 Euro sind Bestandteil der Etatplanung. Weil auch die beiden Realschulen am Dusternweg in die Jahre gekommen sind, stehen hier umfangreiche Arbeiten an. Los gehen soll es ab 2020. Die Stadt muss mit Ausgaben von 3,7 Mio. Euro rechnen.

Für die Gymnasien entsteht ein Zuschussbedarf von 1,06 Mio. Euro, 40.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Ursache ist eine geänderte Zuschussregelung an die privaten Schulträger. An Schloss-Gymnasium, EG und Marienschule zahlt die Stadt freiwillige Zuschüsse von zusammen 452.000 Euro. Die Zuwendungen beschränken sich auf den Anteil Lippstädter Schüler. Nach der umfassenden Sanierung der Chemie- und Physikräume ist die Innensanierung des Westflügels am Ostendorf-Gymnasium so gut wie abgeschlossen (siehe auch Sonderseite im Inneren des Blattes). Der Physikraum kommt nach den Plänen der Stadt ab 2020 dran. Im Etatentwurf 2018 enthalten sind zwei investive Projekte. Die Sanierung der Sporthallen ist 2018/19 ebenso vorgesehen wie die Umgestaltung der Schulhofflächen nach Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen/Neubau der Kanustrecke an der Burgmühle. Die Arbeiten an der Sporthalle des Gymnasiums werden 530.000 Euro kosten, die Umgestaltung des Schulhofes 330.000 Euro.

Veränderte Personalkostenzuordnungen drücken den Zuschussbedarf für das Hanse-Kolleg um 57.000 Euro auf 280.000 Euro. Investieren möchte die Stadt in den Verbindungstrakt zur Nikolaischule. Baustart soll Ende dieses Jahres sein. Dafür stehen 100.000 Euro zur Verfügung, weitere 650.000 Euro sind im kommenden Jahr reserviert.

Mit dem Bezug der neuen Gesamtschule an der Pappelallee/Ulmenstraße wachsen die jährlichen Abschreibungskosten auf 458.000 Euro. Entfallen sind die Miet- und Pachtkosten am alten Schulstandort im Stadtwald. Der Gesamtzuschuss für die Schule steigt auf 1,08 Mio. Euro. Im nächsten Jahr wird eine neue Doppelsporthalle für den Schul- und Vereinssport entstehen – keine Kleinigkeit. 3,6 Mio. Euro hat die Stadtkämmerin dafür berücksichtigt. Schon abgeschlossen wurde die Innensanierung der bestehenden Doppelsporthalle. Auch das war für nicht für Peanuts zu haben: 420.000 Euro steckte die Stadt in die Erneuerung. Schließlich hat die Verwaltung 400.000 Euro für den Gesamtschulneubau geparkt. Damit sollen bislang nicht veranschlagte Wettbewerbskosten im Zuge der Planung und eine eventuelle Abweichung der Baukosten um 1 Prozent abgegolten werden.

An den beiden Förderschule Im Grünen Winkel und Hedwig-Schule sind keine Investitionen geplant. Wegen steigender Schülerzahlen an beiden Einrichtungen wächst auch der Anteil auswärtiger Schüler. Die Stadt geht deshalb von höheren Einnahmen aus Kostenbeiträgen von 590.000 auf 730.000 Euro aus. Bei gleichzeitigem Rückgang von Bewirtschaftungskosten gibt es sogar ein Plus, nach Abzug von Schülerbeförderungskosten von allein fast 500.000 Euro verbleibt im Ergebnis aber für beide Schulen ein Zuschussbedarf in deutlich sechsstelliger Höhe.
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