25.11.2017

Ausfälle während Theatersanierung

Lippstadt. (-ger) „Erschwerniszulage“ für Veranstalter kultureller Angebote. Wenn das Stadttheater während der Sanierungsphase geschlossen bleibt, müssen Musikverein & Co. mit höheren Ausgaben und niedrigeren Einnahmen rechnen. Darauf hat Musikvereinschef Dr. Peter Knop am Dienstagabend im Schul- und Kulturausschuss hingewiesen.
Die Fachverwaltung hat den Ruf aus Kulturkreisen aber längst vernommen und dem Fachausschuss eine Sitzungsvorlage unterbreitet, die diesen Umständen Rechnung trägt. Knop machte in der Sitzung des Gremiums deutlich, dass allein mit dem Silvesterkonzert in der Aula der neuen Gesamtschule Einnahmeausfälle von 7.000 Euro entstehen. Die Aula fasst nur 450 Besucher, im Stadttheater dagegen finden 787 Besucher Platz. Für die Spielzeit 2018/19 fällt das Große Haus aus. Das Stadttheater steht dem Musikverein kostenfrei zur Verfügung. Mit den Sinfoniekonzerten muss der Veranstalter nun nicht nur umziehen, sondern auch Mieten und zusätzliche Personalkosten stemmen. In einem Schreiben an Josef Wittrock vom Fachdienst Kultur und Weiterbildung hat der Vorsitzende des Musikvereins ferner betont, dass der städtische Zuschuss an den Städtischen Musikverein seit „vielen Jahren festgeschrieben ist und so Mehrkosten, die durch tarifbedingte Erhöhungen angefallen sind, immer vom Musikverein getragen wurden“. Der Verein hat deshalb darum gebeten, den Zuschuss um 11.000 Euro zu erhöhen. Wegen der beschlossenen Haushaltskonsolidierung entsprach die Verwaltung diesem Wunsch jedoch nur in einer alternativen Beschlussempfehlung. Der Rat hatte 2010 über den Kürzungsvorschlag der Verwaltung von 13.000 Euro pro Jahr hinaus die Zuwendung um 20.000 Euro gekürzt. Im Jahr darauf genehmigte die Stadt einen einprozentigen Aufschlag auf seitdem geltende 120.500 Euro. Der Schul- und Kulturausschuss nahm allerdings wie kaum anders zu erwarten den Alternativvorschlag an und stimmte für die Spielzeit 2018/19 für eine Anhebung der Zuwendung auf 131.500 Euro. Diese Mittel werden in den Haushaltsjahren 2018 und 2019 anteilig zu jeweils 50 Prozent gewährt. „Ich hoffe, das führt Sie durch die Jahre“, rief Ausschussvorsitzende Sabine Pfeffer (SPD) dem Musikvereinsvorsitzenden zu. Nicht nur dem Musikverein signalisiert die Stadt Entgegenkommen in dieser Interimsphase. Wie Fachbereichsleiter Hartmut Neutzler im Rahmen der Etatdarstellung erläuterte, gibt es für alle anderen Veranstalter, die ebenfalls von den Theaterplänen betroffen sind, einen speziellen Topf, der pauschal mit jährlich 10.000 Euro gefüllt ist.
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