25.11.2017

Im Westen ganz viel Neues

Lippstadt. (-ger) Sechs Jahre nach der Sanierung der Außenfassade hat die Stadt nun auch die „inneren Werte“ des Westtraktes des städtischen Ostendorf-Gymnasiums erheblich verbessert. Mit dem Umzug der hier vorübergehend untergebrachten Oberstufe der Gesamtschule in das neue Gebäude im Süden der Stadt nahmen fleißige Handwerker die Renovierung dieses Anbaus in die Hand.
Das war Ende Juni. Vor allem die großen Ferien sollten dazu genutzt werden, um möglichst viel von dem Gesamtauftrag zu erfüllen. Noch ist das Pflichtenheft nicht vollständig abgearbeitet, aber bis auf wenige Anlagen, etwa die neue Brandmeldeeinrichtung, haben die Betriebe ihr Soll erfüllt.

Nicht alles lief nach Plan. So war für Gebäudemanagerin Julia Heitmann, die das Projekt für die Stadt steuerte, der große konjunkturelle Druck in der Bauwirtschaft spürbar. Doch die insgesamt 13 Klassenräume waren punktgenau fertig. Was die Schüler, aber auch die Lehrer sehr zufriedenstellt. Denn mit der Sanierung gab es nicht nur höhere Geländer im Treppenhaus, eine neue Technikausstattung in den Klassen, neue Elektroinstallation, Tafeln, Heizkörper, Türen, Zargen, Fenster, Bodenbeläge in den Klassen und Nebenräumen, Sanitärinstallation und Sicherheitsbeleuchtung, sondern auch Akustikdecken im gesamten Westtrakt. Schulleiterin Gaby Lütkehellweg und ihr Stellvertreter Robert Prahl mit ihren Kollegen sind ganz begeistert von der neuen Lernatmosphäre, die dank dieser Schallschlucker viel angenehmer geworden ist. Mit zum Paket gehörten auch die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes und die Brandschutzsanierung. Die Erneuerung der Elektroinstallation war und ist mit Schaltern, Steckdosen, Verkabelung, Beleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlage und Elektroakustischer Anlage zur Notalarmierung besonders komplex. Auch optische Verbesserungen fallen auf. Der Westtrakt nimmt nun das übrige Farbkonzept der Schule mit einem eleganten Blauton auf, der an die exponierte Lage der Schule an der Lippe erinnern soll. Auch die schicke Beleuchtung mit moderner LED-Technik kann sich sehen lassen. Die alten Waschbecken in den Klassen wurden entfernt und durch Waschgelegenheiten mit Trockner auf den Fluren ersetzt. Mit der Sanierung hat die Schule auch weitere Räume gewonnen. Im zweiten Obergeschoss des Zwischentraktes konnten zwei Räume für Differenzierungsangebote geschaffen werden und im 3. OG zwei Abstellräume. Im ersten Obergeschoss entstehen vier Lerninseln für kleinere Schülergruppen mit sechs bis acht Schülern sowie Einzelarbeitsplätze in den Fensternischen. Während die Außensanierung der Europaschule noch mit Mitteln des Konjunkturpakets II finanziert werden konnte, musste die Stadt als Schulträger die Renovierung im Gebäudeinneren weitgehend aus eigener Kraft schultern. Der Einbau besonders sparsamer LED-Technik war dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) allerdings einen Zuschuss von 22.000 Euro wert. Die Sanierung der Innenbeleuchtung, unterstreicht der städtische Energiebeauftragte, Burkhard Alkemeier, beruhe auf der Nationalen Klimaschutzinitiative. Mit der Kombi aus effizienter LED-Technik mit Präsenzmeldern und Tageslichtregelung erwartet Alkemeier im Schnitt eine Einsparung von 75 Prozent gegenüber der alten Beleuchtung.

Insgesamt lässt sich die Stadt die Renovierung dieses Schulteils 1,03 Mio. Euro kosten. Weitere Sanierungen sind angedacht. So ist die Außensanierung der Sporthalle im nächsten Haushalt mit einer Anlaufrate im Haushalt abgesichert, erläutert Fachdienstleiter Jörg Veenhof, die Durchführung ist dann im Folgejahr vorgesehen. Nach der Ertüchtigung von Chemie- und Bioraum steht der Physikraum auf der Wunschliste von Schulleiterin Gaby Lütkehellweg. Die Planungen der Stadt sehen hierfür den Zeitraum 2019/20 vor. Der Schulhof am Ostendorf hat inzwischen seinen Weg in die Landespolitik gefunden. So hat die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, auf Anfrage des heimischen Landtagsabgeordneten Jörg Blöming wissen lassen, dass die „Aufwertung des Schulhofes am Ostendorf-Gymnasium einschließlich der angrenzenden Freifläche zu einem multifunktionalen Quartiersplatz für Jung und Alt“ prinzipiell für eine Förderung geeignet sei. Einer Idee aus NRW folgend, hat der Bund mit dem Investitionspaket „Soziale Integration im Quartier“ Mittel zur Verfügung gestellt. Eine Förderung im nächsten Jahr sei nicht ausgeschlossen, stellt die Ministerin in einem Brief an den Abgeordneten fest, allerdings müsse das Programm des Bundes fortgesetzt werden.
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