27.01.2018

Pflegefreie Bestattungsform kommt gut an

Lippstadt. (-ger) Der einstimmige Beschluss wird Friedhofsgärtner Hans Joachim Klingler über die lange Sitzungszeit hinweghelfen, seine Vorbereitung aber hätte er sich sparen können. Der Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss quälte sich am Dienstagabend elf Tagesordnungspunkte und zweieinhalb Stunden bis zur Abstimmung über die Erweiterung der gärtnerbetreuten Grabanlage auf dem Hauptfriedhof. Immerhin ging dann alles glatt.
Klingler möchte den „Memoriam Garten“ ausbauen. Pflegefreie Bestattungsformen kommen gut an. Damit diese immer beliebter werdende Bestattungsform auch in Zukunft angeboten werden kann, möchte der Friedhofsgärtner auf dem Hauptfriedhof in zwei Abschnitten weitere Angebote schaffen. Erstmalig hatte der Fachausschuss 2012 der Anlage einer Gemeinschaftsgrabanlage mit Dauergrabpflege-Absicherung zugestimmt. Im Jahr darauf eröffnet Klingler einen „Memoriam-Garten“. Dabei handelt es sich um ein aufwendiges und anspruchsvolles Grabfeld, das von den Angehörigen nicht gepflegt werden muss. Die Gebühr für eine Grabstätte ergibt sich aus der Tätigkeit für die Dauergrabpflege über 25 Jahre und den städtischen Gebühren (Nutzungsrecht, Grundgebühr und Beisetzungsgebühr bei Erdbestattungen).

Das Konzept spricht an. Die sechs Gräber für Sargbestattungen waren bereits im ersten Jahr verkauft, und auch für die Beisetzung von Urnen seien heute nur noch wenige Gräber verfügbar, informierte die Bauverwaltung den Ausschuss. Nun möchte die Friedhofsgärtnerei zunächst den östlichen Teil des Feldes 27 als „Memoriam Garten“ umbauen. Bestehende Gräber, für die noch eine kurze Restruhezeit besteht, werden in die Gestaltung integriert. Die Nutzungsberechtigten dieser Grabstätten haben diesem Vorgehen zugestimmt. Hinzu kommen sollen jetzt sechs Doppelgräber für Sargbestattungen und 96 Gräber für Urnenbeisetzungen. Sie setzen sich aus Einzel-, Partner- und Gemeinschaftsgräbern zusammen. Die Herrichtung ist im Frühling geplant.

Im zweiten Abschnitt möchte Klingler ein ebenfalls vom Bund deutscher Friedhofsgärtner entwickeltes Konzept mit der Bezeichnung „NaturRuh“ umsetzen. Herausragende Merkmale dieses neuen Grabgestaltungskonzepts sind eine naturnahe Bepflanzung mit unterschiedlichen Stauden und die Verwendung natürlicher Werkstoffe für die Anlegung von Nistkästen, Insektenhotels und Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere. Der Friedhofsgärtner plant in diesem Abschnitt 120 Gräber. Die Umsetzung der Pläne ist ab Herbst vorgesehen. Die Verwaltung sieht in diesen neuen Möglichkeiten eine Aufwertung und damit einen Imagegewinn für den Friedhof. Für die Kommune ist von Vorteil, dass sie keinerlei Investitionskosten übernehmen muss, da der Gewerbetreibende diesen Part übernimmt. Schließlich: „Für die Bevölkerung wird ein weiteres attraktives, für die Nutzer pflegefreies Grabfeld mit garantierter Pflegeabsicherung geschaffen“, bereitete die Verwaltung die Abstimmung vor.
zurück zur Artikelübersicht