14.04.2018

Präsidenten-Trio

Lippstadt. Der Rotary-Club-Erwitte-Hellweg wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Derzeit hat der Club quasi drei Präsidenten, die alle aus Lippstadt kommen: Roland Brehler als amtierender Clubpräsident, Prof. Dr. Helmut Kogel als Past President und Ekkehart Schieffer als Incoming President. Ein Interview mit drei Lippstädter Rotary-Präsidenten.

Frage: Herr Brehler, 40 Jahre ist kein wirklich rundes Datum. Große Party oder kleine?
Brehler: Wir hänge das nicht an die große Glocke, es gibt am 5. Mai ein Benefizkonzert mit dem Deutschen Rotary-Orchester in der Jakobikirche, das ist öffentlich; da kann jeder hinkommen. Der Erlös geht in ein Lippeauen-Renaturierungsprojekt. Das ist eigentlich schon alles.

???: Rotary ist ja für viele eine Ansammlung von Alphatieren: Juristen, Ärzte, Unternehmer. Was für einen Bezug haben Sie eigentlich zum normalen Leben?
Kogel: Na, ich bin ja Arzt. Gerade in der Rolle habe ich unmittelbaren Bezug zum ganz normalen Leben, über meine Patienten nämlich. Als Club bemühen wir uns, mit unseren Projekten und Spenden hier in der Region Gutes zu tun. Unser Adventskalenderprojekt generiert jedes Jahr über 25 000 Euro, davon geht kein Cent ins Ausland, sondern an Kinderprojekte hier in der Region. Alphatiere gibt es übrigens überall…unsere müssen sich wie jedes andere Mitglied im Club einordnen, engagieren und identifizieren sich auch durch vielfältige hands-on Projekte.

???: Aber elitär sind Sie schon, oder?
Schieffer: Sind wir nicht. Das sehen Sie zum Beispiel daran, dass unser hoch anerkanntes Schüleraustauschprogramm offen ist für alle. Da müssen die Eltern nicht zwingend Mitglied bei Rotary sein. Für ungefähr 500 Euro kann das Kind dann an einem einjährigen, gut und sicher organisierten internationalen Schüleraustausch teilnehmen. Man lebt dann in Gastfamilien, die ihrerseits ihre Kinder ins Ausland geschickt haben.

???: Aber es kommt nicht jeder in einen Rotary-Club hinein. Irgendwie erscheint das doch elitär!?
Brehler: Richtig, man kann sich bei uns nicht bewerben, man wird empfohlen und dann gefragt. Wer mitmacht, dem muss klar sein, dass er auch Verantwortung übernimmt und Zeit investieren muss. Ganz wichtig ist bei Rotary, dass der Club sich über den Mix der verschiedenen Berufe prägt: Wir haben neben Kaufleuten, Juristen und Ärzten auch einen Augenoptiker, einen Pfarrer und einen Schreiner in unseren Reihen.

??? Was sind die nächsten Projekte?
Schieffer: Wir werden das Adventskalenderprojekt weiter pflegen und entwickeln. Fast jeder von uns betreut übrigens gerne ein Mündel, auch das kostet Zeit und geschieht ehrenamtlich. Im Juni findet die erste Lippe-Hellweg-Oldtimer-Rally statt, die wird von unserer Jugendorganisation ROTARACT Lippe-Hellweg gemeinsam mit uns veranstaltet. Der Weg führt von Lippstadt nach Soest. Der Erlös geht an den Verein Hospizbewegung im Kreis Soest e.V.

Rotary ist eine weltweite Organisation, die sich humanitär sowie für Frieden und Völkerverständigung einsetzt. Paul Harris gründete den ersten Dienstclub mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Berufsgruppen in Chicago, Illinois, am 23.Februar 1905. Der Name Rotary leitet sich aus der frühen Praxis ab, sich im Rotationssystem in den verschiedenen Büros der Mitglieder zu treffen. Rotary setzt sich im täglichen Einsatz vor Ort für eine bessere Welt ein, sei es mit regionalen Projekten durch die örtliche Arbeit der Rotary Clubs oder durch Hilfsprogramme der Dachorganisation Rotary International – wie z. B. der weltweiten Ausrottung der Kinderlähmung – ein. ROTARY Clubs sind unabhängig, überparteilich und nicht konfessionell gebunden. Sie stehen Angehörigen aller Kulturen, Rassen und Glaubensrichtungen offen. Die Mitglieder der Rotary Clubs sind Führungskräfte aus allen Berufen und setzen ihre beruflichen Fähigkeiten in ehrenamtlicher Arbeit ein, um damit ihr Motto – „Service Above Self“ („Selbstlos dienen“) – zu verwirklichen. Außerdem machen sie sich für die Einhaltung hoher ethischer Normen in allen Berufen stark und tragen zu Völkerverständigung und Frieden in der Welt bei.
Der eigene Anspruch an die persönliche Redlichkeit jedes einzelnen Mitglieds beruht auf der Vier-Fragen-Probe: 1. Ist es wahr? 2. Ist es fair für alle Beteiligten? 3. Wird es Freundschaft und guten Willen fördern? 4. Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?
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