26.05.2018

„Welle“ im Baggersee

Lippstadt. Wie ist die Reihenfolge der Investitionstätigkeit im Bereich der Stifts- und Burgmühle in der Kernstadt von Lippstadt zu sehen? Für die BG-Fraktion ist dies eindeutig: Unumstritten sei die seit vielen Jahren geplante Verbesserung des Hochwasserschutzes. Dies in der Form des Abrisses der alten Schleusen und des kompletten Neubaus der Stauanlage. Die Planung und Durchführung der Maßnahme liege, wie bei allen Hochwasserschutzmaßnahmen, bei den Experten der Bezirksregierung Arnsberg. Die Zustimmung durch die im Rat vertretenen Fraktionen sei als sicher anzusehen, meldet sich die Bürgergemeinschaft vor der Sitzung am Montag mit einer Pressemitteilung zu Wort.

Mit diesem sehr umfangreichen Umbau der Wasserführung biete sich die einmalige Chance, die vorhandene Kanusportanlage grundlegend zu erneuern. Nach den bisher vorgestellten Plänen werde sie anschließend auf ein sehr beachtliches Leistungsniveau gehoben. Beste Voraussetzungen, die guten Vereins- und besonders die Jugendarbeiten langjährig zu sichern, so BG-Chef Hans-Dieter Marche. Die neue Anlage sei auch ein überregionaler Marketingfaktor in Verbindung mit Nutzungsmöglichkeiten für Gäste und durch Meisterschaftsveranstaltungen.

Die in die Diskussion gebrachte Option, im Kanuleistungsbereich eine „Lippstädter Welle“ einzubauen, würde nach Meinung der Wählergemeinschaft nicht nur den Wellenfreunden Spaß bereiten, sondern wäre auch eine echte Bereicherung für die Stadt. „Die Ziellinie unserer Imagelaufbahn Licht- Wasser-Leben wäre ein Stück näher gerückt“, verdeutlicht Marche. Die BG hält aber die Integration einer Welle in die neue Kanustrecke für nicht sinnvoll. „Im wahrsten Sinne des Wortes, würden sich Kanusport und Welle ‚gegenseitig das Wasser abgraben‘“, meint die Bürgergemeinschaft. Dazu müsse man sich noch vor Augen halten, dass bis vor einiger Zeit für die Wassermengenerhöhung für den Kanusport eine Schneckenpumpe angedacht war. Die Machbarkeitsvorschläge des externen Büros und Ideen der Wellenfreunde hielten ein Nebeneinander der beiden Einrichtungen unter sehr speziellen Voraussetzungen noch für möglich. Aber es seien zu viele „Es-könnte-Faktoren“ vorhanden. Die BG unterstützt daher nicht die vorbereitende, kostspielige Investition zur Schaffung einer „möglichen späteren Welle“ in der Kanustrecke. Hier würden nach ihrer Meinung über die Hintertür falsche Erwartungen geschürt. Zudem seien Lösungen zu Fragen der Organisation, beständigen Trägerschaft, Lärmemissionen, Sicherheit im Betonkanal usw. nicht belastbar in Sicht.

Die Ziel für die BG sind eine voll funktionsfähige Kanustrecke und mittelfristig eine Planung für eine „externe Welle“ am Tivoli oder noch besser: Die Machbarkeitsprüfung einer künstlichen Welle an anderer Stelle wie z.B. im Grünen Winkel oder Alberssee.

Dass so etwas ganzjährig geht und offenkundig sehr begeistert, könne der Besucher im östlichen Ruhrgebiet, in einem Baggersee in Langenfeld, sehen. Wer die Welle ernsthaft wolle, müsse sich zumindest mit solchen Lösungen beschäftigen - eine schwimmende Insel mit Pumpenantrieb als eigenständige, gegebenenfalls temporäre Lösung.
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