16.06.2018

Städtebauliche Großchance

Lippstadt.(-ich) Der Vorbereitung eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbes für das Gelände der heutigen Hella-Produktionshallen an der Steinstraße stimmte der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag einstimmig zu. Das etwa 5,5 Hektar große Areal bietet nach Worten von Heinrich Horstmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, große Chancen für die Stadtentwicklung und könne einen großen Bedarf im Wohnbereich abdecken.

In Abstimmung mit der Hella als Eigentümer der Fläche hat die Bauverwaltung folgende Zielsetzung als Grundlage für den Wettbewerb erarbeitet:
Im Zuge des Wettbewerbs soll ein urbanes, nutzungsgemischtes Quartier entwickelt werden, indem sowohl gewohnt, als auch gearbeitet wird. Vor dem Hintergrund eines lebendigen Quartiers sollen auch Grün- und Freiräume unterschiedlicher Qualität in den neu zu schaffenden Stadtraum integriert werden und die verkehrliche Erschließung fußgänger- und radfahrerfreundlich umgesetzt werden.

Primäre Zielgruppen für diesen Wohnstandort sind berufstätige Ein- und Zweipersonenhaushalte, junge Familien sowie ältere Ein- und Zweipersonenhaushalte (auch als Seniorenwohnen). Zudem soll Wohnen auf Zeit für Studenten und Berufstätige vorgesehen werden. Auf Nachfrage von Martin Schulz (SPD), der dafür plädierte, dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stellte Horstmann fest, dass bei dem Wohnkonzept keine Gruppe ausgeschlossen werden soll.

Neben dem Angebot an Wohnraum soll das Plangebiet als Technologiestandort entwickelt werden. Die gute Lage aufgrund der Nähe zur Innenstadt, zur Hella und zur Hochschule sowie die damit verbundene hohe Funktionsdichte und gute Verkehrsanbindung sollen als Qualitätskriterien genutzt werden. Als Nutzer für die Gewerbeflächen sollen sich in erster Linie Büros für Produktentwicklung, Forschungs- und entwicklungsnahe Dienstleistungen sowie Beratungsunternehmen diverser Branchen angesprochen fühlen.

In der neuen Bebauungsstruktur sollen maximal 80 Prozent Wohnnutzung und mindestens 20 Prozent Dienstleistungen/Büros vorgesehen werden. Die Nutzungen Wohnen und Arbeiten sollen so miteinander verbunden werden, dass diese verträglich zueinander sind, aber auch eine Nutzungsdurchmischung im Sinne eines lebendigen Quartieres zulassen. Dabei sind die Einwirkungen der benachbarten Nutzungen und der angrenzenden Verkehrswege auf das Quartier zu berücksichtigen. Die Wohn- und Arbeitsbereiche sollen im verträglichen Maße durch Gastronomie, Versorgung und kleinflächigen Einzelhandel ergänzt werden.
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