03.11.2018

Aus für das „IQ“

Lippstadt Die Planungen für das Innovation Quarter (IQ) auf dem ehemaligen KU-Gelände an der Rixbecker Straße werden nicht weiterverfolgt. Auf dem rund 18.000 Quadratmeter großen Gelände war ein Gründer- und Innovationszentrum unter Beteiligung der Hochschule Hamm-Lippstadt, der Unternehmen HELLA und HBPO sowie dem Digitalen Zentrum Mittelstand (DZM) geplant. Errichtet werden sollte das Gebäude von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt (GWL).

Neben einem Hörsaal, Laboren, Werkstätten, Großraumbüros und Besprechungsräumen waren in dem Gebäude auch so genannte Co-Working-Spaces und Meetingpoints vorgesehen, sodass Austausch und Zusammenarbeit zwischen Studenten und Praktikern ermöglicht werden sollte. Seitens der HELLA spielten die Forschungslabore L-LAB und E-LAB sowie der neue Inkubator (HELLA Fast Forward Lippstadt) bei den Überlegungen für das IQ eine wichtige Rolle. Das L-LAB läuft bereits seit Jahren erfolgreich in Zusammenarbeit mit den Hochschulen Paderborn und Hamm-Lippstadt. Das E-LAB und der Inkubator wurden innerhalb des letzten Jahres erfolgreich an den Start gebracht. Perspektivisch war angedacht diese drei Aktivitäten in das geplante Innovationszentrum an der Rixbecker Straße einzubringen. Von diesen Plänen nimmt die HELLA nun Abstand.
„Lippstadt ist der größte und wichtigste Standort im weltweiten HELLA Netzwerk. Von hier aus wird das Unternehmen weltweit gesteuert. Daher ist es das das klare Ziel des Unternehmens, den Heimatstandort Lippstadt als weltweite Steuerungszentrale sowie Entwicklungs- und Technologiestandort weiter zu stärken“, so Stefan Osterhage, Mitglied der HELLA Geschäftsführung. Hinsichtlich der Planungen für das IQ habe sich seit Bekanntgabe der Überlegungen vor über einem Jahr die Entscheidungsgrundlage weiter konkretisiert und zum Teil deutlich verändert. Zum einen seien die baulichen Planungen vorangetrieben worden, so dass mittlerweile konkrete Aussagen, auch hinsichtlich der Kosten vorliegen. Zum anderen habe sich das allgemeine Marktumfeld für die Automobilbranche insgesamt und damit auch für HELLA nachhaltig verändert.
„Vor den genannten Hintergründen werden sämtliche Investitionsentscheidungen bei HELLA aktuell noch genauer hinterfragt“, so Stefan Osterhage. Die genannten Innovationsaktivitäten L-LAB, E-LAB und Inkubator will das Unternehmen daher perspektivisch auf Bestandsflächen des Unternehmens abbilden und damit die Aktivitäten dauerhaft erfolgreich am Technologiestandort Lippstadt verankern. Auch HBPO sieht durch die derzeitigen Signale, die aus der Automobilbranche und auf global-politischer Ebene gesendet werden, die Notwendigkeit, die Planungen für das gemeinsame Innovationszentrum zurückzustellen. „In enger Abstimmung mit HELLA als einer unserer Muttergesellschaften favorisieren auch wir in diesem Zusammenhang eine umsichtige und wirtschaftlich-nachhaltige Gestaltung des Unternehmensausbaus“, so HBPO-Geschäftsführer Martin Schüler. Im Unternehmen werden nun kurzfristig Maßnahmen geprüft und umgesetzt, um Büro- und Arbeitsflächen für die kommenden 18 Monate zu garantieren. Parallel werden langfristige, wirtschaftliche Alternativen erarbeitet, die dem eingeschlagenen Wachstumskurs entsprechen.
Bürgermeister Christof Sommer drückte sein Bedauern darüber aus, dass das Innovationszentrum in der ursprünglich geplanten Form nicht mehr zur Umsetzung kommt: „Die Projektidee, wie sie seinerzeit entwickelt wurde, ist und bleibt gut, auch wenn sie bedauerlicherweise jetzt nicht mehr wie vorgesehen umgesetzt werden kann. Ich bin dennoch sehr zuversichtlich, dass wir das Gelände an der Rixbecker Straße standortgerecht und zukunftsorientiert weiterentwickeln können.“
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