30.09.2017

Erwitter Wahrzeichen steht zum Verkauf

Erwitte. (-tt) Seit 1999 wird das geschichtsträchtige Schloss Erwitte als Hotel und Restaurant betrieben und als 4-Sterne-Haus geführt. Das Wasserschloss, das im Jahr 1600 erstmals urkundlich erwähnt wurde, hat sich in den letzten Jahren zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt am Hellweg entwickelt und ist weit über Erwittes Grenzen hinaus bekannt.
Nun steht das Schlosshotel Erwitte zum Verkauf und schließt am 15. Januar 2018 seine Pforten.

Das historische Objekt wird durch die Paderborner Niederlassung des renommierten Unternehmens Engel & Völkers, das auf die Vermittlung von hochwertigen Wohn- und Gewerbeimmobilien spezialisiert ist, für 1,8 Mio. Euro angeboten. „Als Käufer kommt sicher die Hotellerie und Gastronomie in Frage oder auch eine Firma, die hier vielleicht ein Schulungsunternehmen aufbauen könnte, aber auch viele andere sind vorstellbar. Wünschenswert wäre natürlich, wenn es als Hotel bestehen bleibt, da es sich in Erwitte etabliert hat und zum kulturellen Erbe der Stadt gehört“, betonte Immobilienberater Björn Brenken von Engel & Völkers im Gespräch mit Lippstadt am Sonntag.

Eigentürmer des im Renaissance-Stil erbauten Grünsandsteingebäudes ist der Lippstädter Martin Feuerhahn, der es im 2006 ersteigerte. Geführt wurde es von seiner Mutter, Heidrun Feuerhahn, die das Restaurant und Hotel als eigenständigen Betrieb über mehr als ein Jahrzehnt erfolgreich führte, bevor sie den Geschäftsbetrieb des 4-Sterne-Hauses im Frühjahr 2014 an ihren Nachfolger Simon Neuhaus übergab.

„Nachdem sich meine Mutter im Frühjahr mit über 70 Jahren in den mehr als verdienten Ruhestand zurückgezogen hat, muss ich feststellen, dass es für mich immer aufwendiger wird, das Schloss aus der Ferne zu betreuen. So sehe ich nun in der recht überraschenden Entscheidung von Herrn Neuhaus, sich nächstes Jahr neuen Aufgaben zu widmen und das Hotel und Restaurant zum 15. Januar 2018 zu schließen, eine gute Gelegenheit das Schloss in die Hände eines neuen Besitzers und Betreibers zu geben, eventuell in Personalunion“, führte Martin Feuerhahn, der seit Jahren in Asien lebt, auf Nachfrage aus.

„Auch wenn es für einen Käufer meines Wissens keine direkten Auflagen gibt, das Schloss weiter als Hotel zu nutzen, ist es sicherlich naheliegend und im Sinne meiner Mutter und auch der Stadt Erwitte. Hier insbesondere im Interesse des Bürgermeisters Herrn Wessel, den ich frühzeitig über meine Verkaufsabsichten informiert habe und mit dem ich in Verbindung stehe“, unterstreicht Feuerhahn in seinem Schreiben an unsere Redaktion.

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Das Schloss Erwitte sei „nicht nur ein sehr schönes und liebevoll gepflegtes Objekt, es ist gerade durch die Unterstützung der lokalen Bürger, Vereine, Firmen und Verwaltung, denen ich zu Dank verpflichte bin, zu einer Art gesellschaftlichem Mittelpunkt der Stadt Erwitte geworden“. Er hoffe, dass es diesen Zweck auch in Zukunft erfüllen kann.



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