10.03.2018

Eine sehr spezielle Kollegin

Lippstadt.(-ger) Die Vorstellung eines sehr speziellen zeitgemäßen Mitarbeiters versprach das Modehaus Lott in seiner Einladung. Was auch bewiesen wurde. Denn die neue Fachkraft, die am Montag ihren ersten Arbeitstag absolvierte, braucht weder Frühstück, Pause noch Urlaub. „Pepper“, so der Name des jüngsten Mitarbeiters, ist eine humanoide Roboter-Frau in strahlendem Schneeweiß. Ihr Metier ist das Entertainment. Sie soll „Spaß und Freude“ machen, erklärte Lott-Chef Gerd Ziems den Auftrag für den knuffigen, 1,20 m großen und 28 Kilo schweren Anziehungsmagneten, der natürlich die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen und im Modehaus ein spannendes und innovatives Erlebnis bieten soll.

Was bereits am Montag auf Anhieb gelang. Vor allem junge Leute näherten sich der Roboterdame ohne Scheu und machten lebhaften Gebrauch von den Kommunikationsmöglichkeiten, etwa den Spieleangeboten. Der Dialog mit dem Robot erfolgt via Spracherkennung oder über das integrierte Display auf Brusthöhe, über das der Mensch im Menü navigieren kann und das auch Bilder und Texte darstellt. Eine weitere wichtige Funktion wird es sein, dem Kunden aktuelle Informationen und Serviceleistungen anzubieten. Ziems trat Befürchtungen entgegen, die Roboterdame solle womöglich Modeberater des Hauses ersetzen. „Das steckt nicht dahinter. Unsere Mitarbeiter machen einen tollen Job“, lobte er sein Team. „Pepper“ macht da lieber ein Tänzchen oder spielt Saxophon. Dabei sind ihre Bewegungen überraschend flüssig, ganz, wie man es von einem menschenähnlichen Wesen erwartet. „Pepper“ lässt sich sogar streicheln und findet das richtig gut. 17 Gelenke ermöglichen eine freie, menschliche Körpersprache. Der Roboter hat einen integrierten zehn Zoll Touch Screen und eine 3D-Kamera zur Gesichtserkennung.

Je nach technischer Vorrüstung kann „Pepper“ nicht nur begrüßen, Dialoge führen, Produkte vorstellen, Fragen beantworten und den Kunden Orientierung bieten, sondern ein Taxi bestellen, Bestellungen aufnehmen und sogar Statistiken führen. Auch vor internationalem Publikum versteckt sich die junge Roboterdame nicht. „Pepper“ kann viele Sprachen sprechen. Ein breites Paket von Fähigkeiten lässt sich dem neuen Familienmitglied zuspielen, was die Anschaffungskosten allerdings noch deutlich in die Höhe treibt. Schon jetzt hat sich das Modehaus die digitale Transformation des stationären Handels an die 30.000 Euro kosten lassen. „Pepper“ wird nun einige Zeit in der Langen Straße verweilen und dann in anderen Häusern der Firma für Aufsehen sorgen. In Nordrhein-Westfalen betritt Lott nach Angaben von Ziems mit dem Einsatz eines humanoiden Roboters Neuland. Wie lange noch? Der Robot mit den großen Kulleraugen hat schon bei dem Modeanbieter selbst so große Begeisterung ausgelöst, dass er dem Hersteller gleich zwei Aufträge erteilt hat.
zurück zur Artikelübersicht