17.03.2018

Mit der Kunst läuft es mal wieder unrund

Lippstadt.(-ger) „Kunst im öffentlichen Raum“ ist spätestens seit dem possenhaften „Puppenstreit“ ein stark vermintes Terrain. Doch nachdem die Grundsatzentscheidung über die Allzuständigkeit des Schul- und Kulturausschusses bei der Genehmigung entsprechender Vorhaben geklärt und die Geschäftsordnung des Gestaltungsbeirates der Stadt geändert worden ist, hat sich Ruhe breitgemacht. Seitdem ist es auch um die heiß umstrittene Neugestaltung der Kreisel still geworden. Aber es kommt wieder Leben in die Debatte. Diesmal entzündet sich die Auseinandersetzung an der Benennung eines Kunstsachverständigen und seines Vertreters im Gestaltungsbeirat. Wie und was da genau abgelaufen ist, sollte am Dienstagabend im Schul- und Kulturausschuss nicht auf den Tisch kommen, aber Fachdienstleiter Wolfgang Streblow ist zu einer Empfehlung gekommen und hat einen Vorschlag unterbreitet.

„Nach entsprechenden Beratungen und einem ausführliche Gespräch in der Kunstakademie Münster“ schlägt er den Rektor der Kunstakademie, Prof. Maik Löbbert, als künftigen Experten im Gestaltungsbeirat der Stadt vor. Stellvertreter soll sein Bruder Prof. Dirk Löbbert werden, der wie der Rektor seit 2001 eine Professur für Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster Hochschule für Bildende Künste, besetzt. Beide leben und arbeiten in Münster und Köln. Sie lehren an der Kunstakademie „Bildhauerei“ und „Kunst im öffentlichen Raum“ und sind auch für die Stadt Köln beratend tätig gewesen. Nach dem von der Politik abgesegneten Verfahren werden Vorhaben zur Kunst im öffentlichen Raum in Lippstadt nach der Vorberatung im Gestaltungsbeirat vom Fachausschuss des Rates entschieden. Dazu soll der Beirat unter Vorsitz von Jutta Gruß-Rinck um einen anerkannten Vertreter einer Hochschule für Kunst, Design oder Kunstgeschichte und einen Stellvertreter als stimmberechtigtes Mitglied erweitert werden. Während die Verwaltung äußerst zufrieden mit der Personalfindung zu sein schien, meldete die CDU-Fraktion Vorbehalte an. Sprecher Wilhelm Börskens konnte sich gut „zwei Antipoden“ vorstellen, um den Diskurs zu befruchten und wäre überdies für einen Alternativvorschlag dankbar gewesen, weshalb die Union mit einer Abstimmung noch bis zur Ratssitzung am 9. April warten wollte und sich ergänzende Infos von der Verwaltung verspricht. Die Kulturexpertin der SPD-Fraktion, Dr. Yasmine Freigang, fragte nach dem bisherigen Prozedere bei der Gremienbesetzung, doch eine Kandidatenkür habe es vorher nicht gegeben, hieß es von Verwaltungsseite. Im Grunde suche die Stadt nur jemanden für den Vertretungsfall. Da stünden die Brüder für Kontinuität. Der Ausschuss ließ sich jedoch auf den Wunsch der Unionsfraktion ein.
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