24.03.2018

Aus einem Plan wird regionales Handeln

Lippstadt. (-ger) Es war das Siegerkonzept mit Vorbildcharakter beim Landeswettbewerb „StadtUmland.NRW“: die RegiopolREGION PADERBORN. Jetzt wird aus einem Plan regionales Handeln. Lippstadt könnte dabei sein. Am 20. April soll die Vereinsgründung erfolgen.
Ziel dieses neuen Vereins soll sein, „die Kooperation in der Region zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren sowie auf politischer und Verwaltungsebene zu fördern, die Region durch geeignete Maßnahmen im Standortwettbewerb zu stärken und sie mit ihren regionalen Potenzialen zu vermarkten“, erläutert Fachdienstleiter Björn Bühlmeier in einer Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss den Hintergrund. Lippstadt ist in dem Prozess kein Mitläufer, sondern aktiver Mitgestalter. Neben Paderborn, Warburg und Altenbeken gehörte die Kommune 2016 zu den Initiatorenkommunen. Sie wollen eine intensivere Zusammenarbeit im Verflechtungsbereich Paderborn anstoßen und finden inzwischen die Unterstützung von Städten und Gemeinden aus sechs Kreisen. Dazu gehören der Kreis Paderborn, der Kreis Höxter, südliche Bereiche des Kreises Lippe und Gütersloh und östliche Bereiche des Kreises Soest. Neben den Kommunen als ordentliche Mitglieder können regionale Institutionen, Kammern oder Verbände fördernde Mitglieder werden. Über die Region hinaus möchte sich der Verbund als „emanzipierter Gegenpol“ zu den Metropolregionen entwickeln, nach innen versteht sich die neue Lobby als „dynamischer Verflechtungsraum im Sinne eines ‚planetaren Systems‘“, beschreibt Bühlmeier das Zukunftskonzept. Für die Region sei es wesentlich, dass die Kommunen und Teilräume mit ihrer Individualität und Unterschiedlichkeit einen festen Platz im System haben und ihre jeweiligen Stärken einbringen. So entstehe eine regionale „Gravitationskraft“, die das System von urbanen und ländlichen Räumen, wachsende und schrumpfenden Kommune sowie prosperierenden und stagnierenden Standorten zusammenhält und stärkt. Erste konkrete Aufgaben stehen bereits auf der Agenda. Es sind die fünf Themencluster Siedlungsentwicklung und Wohnungsmarkt, Mobilität und Verkehr, Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Bildung, Daseinsvorsorge, Gesundheit, Sport und Kultur sowie Zusammenarbeit und Verwaltungskooperation. In einem sogenannten Letter of intent haben 44 regionale Partner ihren Willen zur regionalen Zusammenarbeit bekräftigt.

Anfang Dezember des letzten Jahres kamen Bürgermeister und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen der Region zu einem Informationsgespräch zusammen. „Tenor der Rückmeldungen war, dass man gemeinsam stärker als alleine ist und die Interessen der Region in einem Verein zielgerichteter vertreten kann“, fasst der Fachdienstleiter zusammen. Vor allem die Bereiche Mobilität, Digitalisierung und Verwaltungskooperation wurden als Herausforderungen beschrieben, die gebündelte Anstrengungen erforderten. Es soll eine Gemeinschaft auf Augenhöhe werden. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass das Oberzentrum Paderborn das Umland und das Umland wiederum bei einer Vielzahl von Aufgaben sein Oberzentrum braucht.

Die RegiopolREGION PADERBORN und die Regionale 2022 für OstWestfalenLippe weisen die gleiche Zielrichtung auf. Deshalb ist es aus Sicht der Akteure wichtig, schnell in die Entwicklung von Projekten zu kommen, erklärt Bühlmeier in seiner Vorlage für den Hauptausschuss. Seiner Information zufolge will das Land künftig interkommunale Konzepte generell stärker als Kriterium für Förderentscheidungen heranziehen. Im Hauptausschuss gab es noch keine Zustimmung zu Satzung und Beitrittserklärung. Für die SPD-Fraktion meldete ihr Vorsitzender, Thomas Morfeld, noch Beratungsbedarf bis zur Ratssitzung am 9. April an. Als Stadt mit über 50.000 Einwohnern würde Lippstadt in der Mitgliederversammlung drei Stimmen haben. Umsonst wäre die Mitgliedschaft nicht, für Lippstadt errechnet sich ein Jahresbeitrag von 10.100 Euro. Geht es nach Bürgermeister Christof Sommer, dann macht die Stadt mit. „Es ist es eine Chance. Die kann man liegenlassen, die kann man ergreifen.“ Sommer möchte sie nutzen.
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