28.04.2018

Klimafreundliche Mobilität

Lippstadt.(-ich) Der Verkehr in der Stadt soll unter klimafreundlichen Gesichtspunkten genauer unter die Lupe genommen werden. Dazu beschloss der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag die Bildung „Arbeitskreises klimafreundliche Mobilität“. Im September2016 wurde durch den Stadtentwicklungsausschuss die Aufstellung eines Verkehrsentwicklungsplanes für die Gesamtstadt empfohlen.

In 2017 wurde dazu ein Förderantrag zur Erstellung eines „Klimaschutzteilkonzeptes klimafreundliche Mobilität“ im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative beim Bundesumweltministerium gestellt. Im Dezember 2017 wurde das prognostizierte Projektvolumen mit einer Förderung von 50 Prozent genehmigt. Die Vergabe des Auftrages erfolgte im Februar an das Planungsbüro LK Argus aus Kassel in Kooperation mit dem Büro Argus Stadt und Verkehr aus Hamburg. Vorbereitende Arbeiten zur Erstellung dieses Verkehrsmodells wurden bereits im Oktober 2017 in Form von gesamtstädtischen Verkehrszählungen an 19 Zählpunkten durchgeführt.

Die Bearbeitung des Projektes beträgt aus förderrechtlichen Gesichtspunkten ein Jahr mit Projektstart am 1. April. Mit dem Planungsbüro LK Argus fand am 12. April das Auftaktgespräch statt. Nächste Schritte sind die Einberufung des „Arbeitskreises klimafreundliche Mobilität“ und die Information der Bürger über die Ziele und Inhalte des Konzeptes.

Seit dem letzten Gesamtverkehrsplan aus den 70er Jahren haben sich nach Darstellung der Verwaltung in Lippstadt umfassende siedlungs- und infrastrukturelle Herausforderungen ergeben. Die vorliegenden Daten seien veraltet und entsprechen nicht mehr den heutigen verkehrspolitischen Zielsetzungen. Um sich auf zukünftige demographische, ökologische und ökonomische Herausforderungen einzustellen, sei die Aufstellung eines integrierten klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes für alle Verkehrsträger erforderlich. 2013 wurde deshalb für die Innenstadt mit der Aufstellung eines Mobilitätskonzeptes begonnen, welches 2015 fertiggestellt wurde. Die dort behandelten Themen sollen nun mit der Aufstellung eines Verkehrsentwicklungsplanes als Klimaschutzteilkonzeptes klimafreundliche Mobilität für die Gesamtstadt ausgeweitet werden.

Mit Hilfe des Konzeptes sollen Ziele für eine zukunftsorientierte nachhaltige Mobilitätsentwicklung festgelegt werden und ein priorisierter Maßnahmenkatalog als Handlungsprogramm aufgestellt werden. Dazu werden die offenen Arbeitspunkte und Ergebnisse aus vorliegenden Konzepten, wie Integriertes Mobilitätskonzept Altstadt, Radverkehrskonzept, Nahverkehrsplan, Integriertes Handlungskonzept Altstadt zusammengetragen und mit der Zielsetzung einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Mobilitätsentwicklung abgeglichen. Auf Grundlage einer Zwischenbilanz sollen strategische Leitziele zur Festlegung der inhaltlichen Ausrichtung des Konzeptes sowie Planungsleitlinien aufgestellt werden.

Neben der Auswertung und Integration von vorhandenen Konzepten zu den verschiedenen Verkehrsträgern, ist die Aufstellung eines Verkehrsmodells vorgesehen, um eine Überprüfung des Hauptverkehrsstraßennetzes zu erhalten. Mit Hilfe des Verkehrsmodells können verschiedene Prognose-Planfälle für die Stadt berechnet werden und damit die verkehrlichen Auswirkungen von infrastrukturellen und sonstigen sich auf den Verkehrssektor auswirkenden Maßnahmen aufgezeigt werden.

Für den südlichen Teil der Kernstadt ist die Aufstellung eines Nahmobilitätskonzeptes vorgesehen.

Für den Radverkehr wird das vorhandene Konzept auf der Grundlage von vorgesehenen infrastrukturellen Entwicklungen weiter entwickelt und Lösungen für bestehende Schwachpunkte und noch offene Maßnahmen erarbeitet.

Für verkehrsschwache Zeiten und Räume sollen alternative ÖPNV-Konzepte unter Beachtung von Schnittstellen (Fuß, Rad, ÖPNV, Kfz) entwickelt werden.

Die vorgesehenen Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Verbrauch an Energie- und Treibhausgasen abgeschätzt.

Durch die Aufstellung des Verkehrsentwicklungsplans als Teilkonzept werden neben der inhaltlichen Ausgestaltung der Maßnahmenvorschläge auch Maßnahmen zur organisatorischen Einbindung des Themas Verkehr- und Mobilitätsmanagement in der Verwaltung gefordert. Durch die Erstellung eines Controlling-Konzeptes und einer Kommunikationsstrategie soll die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen gewährleistet und die Wirksamkeit der vorgesehenen Maßnahmen überprüfbar werden.

Begleitet wird die Aufstellung des Konzeptes durch eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung. Neben der Durchführung von zwei Bürgerveranstaltungen ist die Beteiligung mittels einer Onlineabfrage vorgesehen. Die Meinung von Fachleuten mit Aussagen zur verkehrlichen Entwicklung wird in Form von vier geplanten Expertenworkshops abgefragt. Die kontinuierliche Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Aufstellung des klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes für die gesamte Stadt wird über die Einrichtung eines Arbeitskreises sichergestellt. Neben Vertretern aus der Verwaltung wird die Teilnahme von Vertretern aus den politischen Fraktionen und betroffenen Institutionen und Verbänden vorgeschlagen. Der Arbeitskreis besteht damit aus insgesamt 24 Mitgliedern.

Im Arbeitskreis klimafreundliche Mobilität werden die wesentlichen Ergebnisse des Arbeitsprozesses vorgestellt, reflektiert und diskutiert.

Die Beteiligung der Ortsteile soll über die Einbeziehung der Ortsvorsteher an den Expertenworkshops sichergestellt werden.
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