08.09.2018

Mehr „Frauenpower“ für die Lokalpolitik

Lippstadt.(tt) Mehr Frauen für die kommunale Politik begeistern möchte der städtische Gleichstellungsbeirat zusammen mit der Volkshochschule Lippstadt. In dem aktuellen Projekt „Frauen in die Gremien“ sollen Frauen ermutigt werden, sich politisch zu engagieren. Mithilfe von Seminaren sollen sie die Strukturen und Handlungsfelder der kommunalen Politik kennen und verstehen lernen. „Frauen können auf diese Weise ihre eigenen Ziele und Werte in die Kommune aktiv miteinbringen und einen wichtigen Beitrag zur repräsentativen Demokratie leisten. Zudem können durch stärkere ‚Frauenpower‘ auch die politischen Themen, die eher die Lebensrealitäten von Frauen betreffen, einfacher auf die politische Agenda gesetzt werden“, betonte Gleichstellungsbeauftragte Daniela Franken am Dienstagabend im Gleichstellungsbeirat.

Von der Seminarreihe „Frauen in der Politik-/Gremienarbeit“ sollen nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ profitieren, sondern alle Frauen, die sich lokalpolitisch engagieren möchten. „Wir freuen uns auch, wenn die Parteien Frauen schicken, aber es ist keine Voraussetzung, denn wir wollen offen für alle sein, die das Feld der Politik entdecken wollen“, unterstrich Franken.

Damit das Projekt wie geplant stattfinden kann, stimmte der Gleichstellungsbeirates für das Haushaltsjahr 2019 einer Erhöhung des Ansatzes für die Gleichstellungsarbeit um 5.000 Euro zu.

Franken: „Es soll ein Programm angeboten werden, das mehr Frauen für die Arbeit in politischen Gremien und in den Gremien anderer öffentlicher Einrichtungen qualifiziert. Hintergrund hierfür ist, dass in vielen Gremien Frauen in der Unterzahl sind und dadurch die weibliche Perspektive fehlt.“

Gemeinsam mit der Volkshochschule Lippstadt bietet die Gleichstellungsstelle beginnend mit dem 15. März 2019 Einsteigerinnen und bereits in Ausschüssen aktiven Frauen die neue Seminarreihe an. Bei der Auftaktveranstaltung am 25. Januar 2019 soll die Reihe vorgestellt werden. Alle Interessentinnen haben an diesem Abend die Möglichkeit, sich dafür anzumelden. Darüber hinaus eröffnet der Arbeitskreis Frauengeschichte bei der Infoveranstaltung seine Ausstellung „Die Mütter des Grundgesetzes“, in der die ersten Frauen vorgestellt werden, die in Lippstadt kandidierten.

Im Rahmen der Seminarreihe werden die Teilnehmerinnen in neun Modulen auf die Aufgaben in der Gremienarbeit vorbereitet. „Es wird einen Mix aus internen und externen Referenten geben. So wird zum Beispiel die Kämmerin der Stadt, Karin Rodeheger, erklären, wie die Haushaltszahlen zu lesen sind, und Hartmut Neutzler, der Fachbereichsleiter Zentraler Service bei der Stadt, wird die Strukturen der kommunalen Politik beleuchten. Außerdem ist neben vielen anderen Aktionen auch ein Besuch im Landtag vorgesehen“, fasste Franken zusammen.
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