20.10.2018

Neue Inhalte, neues Design

Lippstadt. (-ger) Mit ihrer alten Internetseite konnte die Stadt nun wirklich keinen Start mehr machen. Kein Wunder. Zehn Jahre sind seit der jüngsten Überarbeitung vergangen – in der digitalen Zeit ist das eine Ewigkeit. 1996 war die größte Stadt zwischen Wickede und Geseke mit ihrer elektronischen Präsenz Vorreiter im Kreis, diese Sicht ist längst passé. Selbst kleinere Nachbarkommunen sind Lippstadt längst enteilt – mancher meint, sie seien es immer noch.
Immerhin: Nach einem Jahr intensiver Arbeit hat die Stadt am Montagmittag das Go für die grundlegend überarbeitete Darstellung im Netz der Netze gegeben.

„Heute ist ein schöner Tag, weil wir endlich den neuen Internetauftritt der Stadt präsentieren können“, leitete eine sichtlich zufriedene Pressesprecherin Julia Scharte eine eigens angesetzte Pressekonferenz im Stadthaus ein. „Es war viel Arbeit“, schilderte die federführende Projektsteuerin Miriam Schleifer aus der Pressestelle. Die Social Media Managerin der Stadt hat gemeinsam mit Josie Olk von der Wirtschaftsförderung und Lara Schwientek von der KWL die Seite Lippstadt.de mit neuen Inhalten und Design versehen. WFL und KWL waren schon beim bisherigen Internetauftritt mit im Boot und sind auch bei diesem Gemeinschaftsprojekt wieder mit von der Partie. Für das grundlegende Gerüste sorgte die Südwestfalen IT, auf kommunaler Seite sekundierte Andreas Flaßkamp vom Fachdienst Organisation. Und hat sich die Arbeit gelohnt? Für Miriam Schleifer keine Frage: „Das Endergebnis kann sich sehen lassen.“ Denn es gibt nicht nur mehr Bilder und Infos, die Kommune bietet auch eine neue Struktur an. Unterschiedliche Endgeräte sind kein Problem, denn die Inhalts- und Navigationselemente und auch der strukturelle Aufbau der Website passen sich der Bildschirmauflösung des mobilen Endgerätes an.

Wer sich an die frühere Darstellung erinnert, wird eine grundlegende Umstellung feststellen. Denn die neue Menüstruktur orientiert sich am „Lebenslagenprinzip“. Schleifer beschrieb das so: „Bürger suchen – je nachdem, in welcher Lebenslage sie sich befinden – unterschiedliche Informationen. Personen, die gerade ein Kind bekommen haben, interessieren sich beispielsweise verstärkt für die Themen Kinderbetreuung und Spielplätze.“ Diesem Grundsatz folgen die Präsentation und Information über die verschiedenen Dienstleistungen der Stadtverwaltung.

Fünf Oberbegriffe leiten durch die Seite: Stadthaus, Leben in Lippstadt Stadtraum, Wirtschaft sowie Kultur und Tourismus. Wer da etwa Eltern wird oder eine Kinderbetreuung sucht, wird im Unterverzeichnis zu „Leben in Lippstadt“ mit umfassenden Infos über Ansprechpartner, Einrichtungen und Anmeldeverfahren versorgt. Der wichtige Bereich Wohnen in der Stadt wird hier über Mietspiegel, Wohnungsbaugesellschaften, Wohnhilfen und den Wohnungsmarktbericht abgebildet. In der Rubrik „Schnell gefunden“ wird der User fündig, wenn er besonders häufig nachgefragte Dienstleistungen oder Einrichtungen wie das Ordnungsamt sucht. Interessenten aus der Wirtschaft werden über Projekte der WFL, Hebesätze, Standortdaten, Gewerbeflächen, Startercenter, Technologiezentrum und Details zum Einzelhandelsstandort auf Stand gebracht. Kultur und Tourismus sind in einem umfassenden Paket vereint. Vom Veranstaltungskalender über Kultureinrichtungen, Stadtinfo, Gastronomie und Einkaufen, Unterkünfte, Kulturentwicklung und Kunst spannt sich ein breiter Boden. Hier sind ebenfalls Sport- und Freizeitmöglichkeiten abgreifbar. Schließlich findet hier die Kultur und Werbung (KWL) ihren Platz. Miriam Schleifer versprach insgesamt eine bessere Orientierung für den Nutzer. Etwa wenn es um aktuelle Baustellen oder Parkplätze geht. Oder: Wo bitte ist der nächste Altglascontainer? Auch diese Frage bleibt beim neuen Internetauftritt nicht unbeantwortet.

Für eine höhere Benutzerfreundlichkeit sorgen sogenannten Teaser. Schleifer: „Mit einem Vorschaubild und einer entsprechenden Beschriftung findet der Bürger auf den übergeordneten Seiten schnell das gewünschte Projekt – ohne lange Texte zu durchsuchen. Dieses Prinzip wird auch durch neu eingerichtete FAQs (Englisch für häufig gestellte Fragen, die Red.) weitergeführt: Was mach‘ ich, wenn der Parkautomat defekt ist? Wie melde ich Sperrmüll an?“ Zu unterschiedlichen Themen werden solche Fragen in übersichtlichen Listen zum Aufklappen gesammelt. Auf diese Weise soll der Anwender rasch zu seinem grundlegenden Anliegen kommen. Übersichtskarten etwa zu Schulen oder Parkplätzen vergrößern die Aussagetiefe. Apropos Informationsbreite: KWL-Chefin Caren Harms, die operativ nur begleitend in den Umgestaltungsprozess einbezogen war, sprach von einem „Kosmos“. Der erschließt sich auf Wunsch schon hinter der gewohnten Lupe. Der moderne, Suchmaschinen-verwöhnte Nutzer muss sich nämlich gar nicht erst ins Unterholz begeben, um seinen Treffer zu landen, sondern kann gleich auf der Startseite sein Fragewort eingeben und wird mit passenden Angeboten bedient. Damit wolle die Stadt dem verbreiteten Nutzerverhalten entgegenkommen, erklärte Josie Olk von der Wirtschaftsförderung.

Beim Optimieren des Internetauftritts wird’s nicht bleiben, Fachdienstleiter Andreas Flaßkamp kündigte Initiativen der Stadt in Sachen E-Government an, etwa beim Sperrmüllprozess, Melderegister oder bei Standesamtsurkunden. Alles wird sich nicht digital steuern lassen. Für den Personalausweis beispielsweise braucht es immer noch den persönlichen Fingerabdruck. Aber wo das Einwohnermeldeamt ist und wann es geöffnet hat, das lässt sich nun wirklich schnell herausfinden.

Eile wäre auch geboten, wenn es um die Volkshochschule geht. Die Weiterbildungseinrichtung kann gleich ganz oben auf der Startseite angeklickt werden, doch mit diesem Auftritt kann wohl niemand mehr wuchern. Als wenn das nicht schon peinlich genug wäre, ist dort von Social Media rein gar nichts zu sehen. Seit dem 25. Mai sind nämlich die Lichter aus. Stichwort: DGSVO.
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