24.11.2018

Klimafreundliche Mobilität

Lippstadt.(-ich) Seit dem letzten Gesamtverkehrsplan aus den 70er Jahren haben sich in Lippstadt umfassende siedlungs- und infrastrukturelle Herausforderungen ergeben. Die vorliegenden Daten sind veraltet und entsprechen nach Darstellung der Verwaltung nicht mehr den heutigen verkehrspolitischen Zielsetzungen.

Um sich auf zukünftige demographische, ökologische und ökonomische Herausforderungen einzustellen, wurde die Aufstellung eines integrierten klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes für alle Verkehrsträger erforderlich. Als eine Maßnahme aus dem Maßnahmenprogramm zum Erhalt des „European Energy Award“ wurde deshalb die Aufstellung eines Verkehrsentwicklungsplans „klimafreundliche Mobilität“ 2016 beschlossen.

Nach intensiven Beteiligungsprozessen der Öffentlichkeit und Bestandsanalysen des beauftragten Planungsbüros LK Argus liegen jetzt die Ergebnisse der Analyse für alle Verkehrsträger mit einer Bewertung in Form einer Stärken-Schwächen-Analyse vor.
Für den Kfz-Verkehr wurde ein Verkehrsmodell für die Gesamtstadt erstellt, das die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastungen für das Jahr 2017 abbildet.
Darauf aufbauend wurde ein Prognosemodell erstellt, welches alle bis 2030 wahrscheinlich umgesetzten Infrastrukturmaßnahmen, eintretenden Siedlungs- und Gewerbeflächenentwicklungen abbildet. Die prognostizierten Bevölkerungsentwicklungen auch im Umland wurden für das Modell berücksichtigt. Ein gleichbleibendes Verkehrsverhalten der Bevölkerung wird dabei angenommen.

Zur Abschätzung der Wirkung von weiteren zukünftigen Siedlungsentwicklungen, Maßnahmen im Infrastrukturbereich, von verkehrsorganisatorischen Maßnahmen wie beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Verhaltensänderungen werden für den Kfz-Verkehr auf der Grundlage der Prognose verschiedene Szenarien entwickelt.
Die folgenden Prognose-Planfälle wurden im Arbeitskreis „Klimafreundliche Mobilität“
Anfang Oktober vorgestellt und beraten: 1. Südtangente: Bau Durchstich über das Uniongelände; 2. Bau Querspange Gewerbegebiet Wasserturm: Verbindung B 55 mit L 536; 3. Bau Verbindung Stirper Warte und Erwitter Straße; 4. Umsetzung verkehrsorganisatorischer Maßnahmen (Tempo 30-Regelung Barbarossastraße, Eichendorffstraße und Tempo-30-Zone Bastionstraße; Lkw-Fahrverbot und Tempo 30 für Westernkötter Straße und Am Schwibbogen); 5. Wirkungsbetrachtung für Maßnahmen im Radverkehr, u.a.: Brücke für den Radverkehr über die B 55n und über die Lippe im Bereich Lippeaue sowie weitere Maßnahmen zur Steigerung des Radverkehrsanteils; 6. Wirkungsbetrachtung der Maßnahmen des Klimaschutz-Zielszenarios (Siedlungsentwicklung und –strategien, infrastrukturelle Maßnahmen sowie Verhaltensänderung).

Zur Entlastung der nördlichen Teile der Stadt bestand aus dem Arbeitskreis noch der Wunsch eine zusätzliche Nordumgehung als Szenario aufzunehmen. Aus diesem Grund wird als zusätzliches Szenario noch 7. Ausbau Schreibhüttenweg mit aufgenommen und in seiner Wirkung abgeschätzt, teilte der zuständige Fachdienst am Donnerstag dem Stadtentwicklungsausschuss mit.

Auf der Grundlage der Analyseergebnisse wurde eine Potenzialanalyse durchgeführt und die Treibhausgasminderungspotentiale erkannt.

Um die Zielrichtung für die zukünftigen Maßnahmenvorschläge vorzugeben, wurden Planungsleitlinien als Grundlage für die verkehrliche Entwicklung der Stadt Lippstadt aufgestellt und im Arbeitskreis diskutiert.

Als nächster Verfahrensschritt wird auf der Grundlage der Handlungsstrategien in Verbindung mit den Analyseergebnissen ein Maßnahmenprogramm entwickelt, das die Umsetzbarkeit in zeitlicher Reihenfolge definiert. Diese Maßnahmen sollen in der vierten Sitzung des Arbeitskreises am Donnerstag, 29. November, diskutiert und in einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 12. Dezember, um 18 Uhr im Rathaus vorgestellt werden.

Der Fachausschuss nahm die Präsentation des Verkehrsentwicklungsplanes zustimmend zur Kenntnis.
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